Dynamics
Jedes Dynamic-Device verarbeitet eintreffende Audiosignale basierend auf der Lautstärke der Signale.
Compressor+
Ein Kompressor mit einem ganz eigenen Ansatz: Drei verschiedene Operationsmodi, Character-Optionen für verschiedene Arten der Kompression, Multiband-Analyse des Eingangs- oder Sidechain-Signals, verschiedene VCA Color-Optionen, die sich nur auf das bearbeitete Signal auswirken und vieles mehr.
Folgende Standardparameter sind verfügbar:
Threshold ist der Schwellenwert, bei dessen Überschreiten die Kompression einsetzt
Ratio ist die Stärke der Pegelreduktion. Beispielsweise bedeutet ein Verhältnis von
1:4.00, dass bei einem Anstieg des Eingangssignals um 4 dB das Ausgangssignal nur einen Anstieg um 1 dB aufweist. Hohe Kompressionsraten bedeuten also höhere Pegelreduzierungen.Attack ist die Übergangszeit von keiner Kompression zu voller Pegelreduzierung (wenn das Eingangssignal den Threshold überschreitet)
Release ist die Übergangszeit von voller Pegelreduzierung zu keiner Kompression (wenn das Eingangssignal unter den Threshold fällt)
Der Parameter Knee kann abrupte Übergänge in der Dynamikkurve abschwächen
Relax ändert den Verlauf der Kompressionskurve hin zu einem Verhältnis von 1:1 (keine Pegelreduktion), beginnend mit den lautesten Signalen
Mit Gain Reduction Mode lässt sich der Modus bestimmen, der den Umfang der Dynamikbearbeitung festlegt:
Standardbietet den üblichen Umfang der Kompressionsraten (Ratio), wie oben beschriebenBeyondbietet einen erweiterten Umfang der Kompressionsraten mit Optionen für "Über-" und "Unter-Kompression". Der Regler Ratio wird in diesem Modus durch Ratio Extended ersetzt. Dieser legt den Grad der Kompression fest, eingeteilt in drei Bereiche:Unteres Drittel [
2:1bis1:1] – Upward Compression, verstärkt Signale oberhalb des SchwellenwertsMittleres Drittel [
1:1bis1:∞] – Standard KompressionsbereichOberes Drittel [
1:∞bis1:-1] – Downward Compression, schwächt Signale oberhalb des Schwellenwerts ab
Dualist eine Option für zweifache Kompression. Der Regler Knee wird durch den Lift-Parameter ersetzt, mit dem der Kurvenverlauf unterhalb des Schwellenwerts (Threshold) modifiziert werden kann
Die Anzeige im Zentrum des Devices zeigt die aktuelle Kompressionskurve an, die auf den o. g. Parametern basiert. Die Kurve ist grau, der aktuelle Grad der Verstärkung wird in weiß angezeigt (falls ein Eingangssignal anliegt).
In der Anzeige ist außerdem der Pegelverlauf des Eingangssignals (post Input-Gain) als grau gefüllter Bereich zu sehen, das Ausgangssignal (pre Mix und Make-up-Gain) als weiße Linie sowie eine interaktive blaue Linie zum Einstellen des Threshold-Parameters.
Die Größe der Anzeige passt sich den Modi
BeyondundDualautomatisch an.
Im Character-Menü kann zwischen sechs verschiedenen Kompressionsarten gewählt werden. Die verschiedenen Optionen unterscheiden sich in der Art der Pegelreduktion und der Hüllkurvenverläufe.
Bei der Standardeinstellung
Vanillasind die schnellsten Zeiten für Attack und Release null Millisekunden! Mit Auto Timing können Sie bestimmen, wie der Kompressor "zupackt".Die andere fünf Optionen reichen von soft bis aggressiv:
Smoothverwendet langsame Zeitkonstanten und ist somit sehr verzerrungsarmOvertendiert dazu, schneller zu komprimieren, bleibt dabei aber stabilGluehat langsame Attack- und schnelle Release-Phasen, was ihn für den Einsatz auf dem Mix-Buss prädestiniert. Auto Timing öffnet das Mittenband im Analysepfad für etwas mehr "Luft"Resistverwendet längere Hüllkurven, die Release-Phase ist jedoch relativ kurz. Somit bleiben Bässe erhalten, außerdem werden geradzahlige Harmonische erzeugt, wenn der Kompressor mehr "angefahren" wirdSmashbeschleunigt die Attack- und Release-Phasen, und Auto Timing wird dazu verwendet, diesen Effekt noch zu verstärken
Der Parameter Auto Timing legt fest, bis zu welchem Grad die Zeitkonstanten (Attack, Release etc.) automatisch eingestellt werden, um sich dem Eingangssignal anzupassen
Insgesamt ermöglicht die Kombination der Parameter Character und Auto Timing eine große Bandbreite unterschiedlicher Sounds.
Multiband-Analyse bedeutet, dass Eingangssignale immer in vier verschiedene Frequenzbänder aufgeteilt und analysiert werden. Obwohl das Signal selbst immer als Ganzes komprimiert wird, lässt sich das Kompressionsverhalten sehr genau anpassen.
In der Anzeige kann man sehen, wie viel Pegelreduktion jedes Band zur gesamten Kompression beisteuert:
Bässe werden rot angezeigt
Tiefe Mitten werden gelb angezeigt
Hohe Mitten werden grün angezeigt
Höhen werden violett angezeigt
Um das Kompressionsverhalten anzupassen, besitzt jedes Band zwei Offset-Regler:
Intensity Offset passt den Kurvenverlauf des Analysebands relativ zur Grundeinstellung an. Positive Werte resultieren in einer stärkeren Kompression, negative Werte in einer schwächeren Kompression, die durch dieses Band verursacht wird. Änderungen am Parameter Intensity Offset werden in der Anzeige des Devices angezeigt, als Abweichung von der Kompressionskennlinie.
Timing Offset passt die Zeitkonstanten des Analysebands relativ zur Grundeinstellung an. Positive Werte resultieren in längeren, negative Werte in kürzeren Zeitkonstanten. Visualisiert werden Parameteränderungen nur in der Anzeige der Pegelreduktion.
Diese Band-spezifischen Parameter befinden sich im Inspektor-Panel.
Das Device besitzt eine Erweiterte Device-Ansicht, in der es Anzeigen für jedes der vier Bänder gibt:
In jeder Anzeige befindet sich eine Visualisierung der Pegeländerung sowie des Kurvenverlaufs des jeweiligen Bands (im Hintergrund wird die globale Kompressionskurve angezeigt, falls diese von der Band-spezifischen Kurve abweicht)
Auch hier ist die Kompressionskurve grau, der aktuelle Anteil an der Gesamtverstärkung wird in der Farbe des Bands angezeigt (falls ein Eingangssignal anliegt)
In jeder Anzeige wird der globale Threshold-Regler angezeigt sowie Pegelanzeigen des (gesamten) Ein- und Ausgangssignals
In jeder Anzeige befinden sich weiterhin Regler für die Parameter Intensity Offset und Timing Offset
Im Menü am oberen Rand des Devices lässt sich der Sidechain-Eingang auswählen (Standardeinstellung
Device Input). Jede Audioquelle des Projekts kann als Analysesignal verwendet werdenDaneben befindet sich der Schalter Sidechain FX. Dort können Devices oder Plug-ins zur Bearbeitung des Sidechain-Signals eingefügt werden, bevor dies analysiert wird
Die Option VCA Color Mode bestimmt den tonalen Charakter, der nur auf das komprimierte Signal angewandt wird – also nur der Teil des Signals, der auch tatsächlich von der Pegelreduktion betroffen ist. Vier verschiedene Modi sind vorhanden:
Clear(Standardeinstellung) färbt das Signal nichtPrismist eine saubere Mischung aus Multiband-Kompression und kombinierter Single-Band-KompressionTransistorverleiht dem Signal einen soliden analogen Charakter, mit einem verstärkten Bassbereich und leicht reduzierten HöhenSaturateist "lebendig-analog", vergleichbar mit Bandsättigung, und besitzt eine erhöhte Mitten-Präsenz sowie einige frequenzabhängige EigenheitenDer ausgewählte Modus wird mit seinem Symbol im Ausgangsbereich des Devices angezeigt. Im Inspektor-Panel erscheinen ebenfalls Name und Symbol
Input Gain stellt den Grad der Verstärkung des Eingangssignals ein
Damit lässt sich das zu komprimierende Signal anpassen, um beispielsweise die Auswirkungen des VCA Color Mode zu verstärken oder zu verringern
Weiterhin sind folgende Features vorhanden:
Mit Make-up Gain kann das Ausgangssignal um
±24Dezibel angepasst werdenDie Funktion Learn Make-up Gain kann mit einem Klick auf den Schalter L neben dem Regler Make-up ausgelöst werden
Während der Lernphase wird das Eingangssignal analysiert und der Ausgangspegel mithilfe des Parameters Make-up Gain an das Eingangssignal angepasst
Die Lernfunktion ist 15 Sekunden aktiv, kann aber vorher durch einen erneuten Klick auf den Lernschalter beendet werden.
Die Combo Meters befinden sich im Ausgangsbereich und bestehen aus folgenden Komponenten:
Pegelanzeige des Ausgangssignals
Blaue Meter zur Anzeige der Pegeländerung, welche den Pegelunterschied zwischen Eingang und Ausgang anzeigen (dies schließt den Parameter Make-up Gain mit ein)
Eine numerische Anzeige der Pegeländerung
Stereo Independence ist der Grad der Separation zwischen den Stereokanälen jedes Analysebands
Die Standardeinstellung ist
50 %, wodurch die Analysekanäle jeweils zur Hälfte gekoppelt sind
Stereo Independence Mode bestimmt die Art der Stereo-Separation:
Flat(Standardeinstellung) wendet die Einstellung Stereo Independence auf alle Frequenzbänder zu gleichen Teilen anLowsepariert die tiefen Bänder wenigerAirsepariert die hohen Bänder mehr und die tiefen etwas wenigerMaxverwendet den Stereo-Kanal mit der größten Pegelreduktion für jedes Band
Wet / Dry Mix bestimmt den Anteil des bearbeiteten Signals am Ausgang des Devices (wird mit dem Eingangssignal gemischt), für Parallelkompression
Falls ein Projekt oder Preset den Compressor (ohne +) verwendet, können Sie mit einen Rechtsklick auf die Kopfzeile des Devices die Option Upgrade to Compressor+ auswählen.
Daraufhin wird Compressor+ mit den Einstellungen des Compressor geladen, einschließlich der Berechnung einer passenden Einstellung für Make-up Gain, sofern Auto Makeup verwendet wurde
Die beiden Devices unterscheiden sich zwar stark und klingen nicht identisch, aber diese Funktion wird Ihnen einen guten Ausgangspunkt für Compressor+ geben.
Compressor
Ein Kompressor mit den üblichen Reglern für Threshold, Ratio, Gain, Attack und Release.
De-Esser
Ein De-Esser mit variablem Hochpassfilter und Abhörfunktion des Detektor-Signals.
Dynamics
Ein flexibler Dynamik-Prozessor, der sowohl Downward- als auch Upward-Compression für die lauten und leisen Stellen im Signal beherrscht. Der Kompressor bietet außerdem einen Sidechain-Eingang, eine FX-Device-Chain für das Steuersignal und eine grafische Anzeige der Kompressorkennlinie.
Gate
Ein Noisegate mit Sidechain-Eingang und einer FX-Device-Chain für das Steuersignal.
Peak Limiter
Ein Limiter mit Reglern für Peak-Level, Gain und Release.
Transient Control
Ein Device, mit dem sich die Transienten und Sustain-Anteile eines Signals separat in ihrer Lautstärke regeln lassen.
- 0. Willkommen zu Bitwig Studio
- 1. Die Grundlagen von Bitwig Studio
- 2. Die Benutzeroberfläche
- 3. Die Arrange-Ansicht und Spuren
- 4. Browser in Bitwig Studio
- 5. Arranger Clips
- 6. Der Clip-Launcher
- 7. Die Mix-Ansicht
- 8. Einführung in die Devices
- 9. Automation
- 10. Arbeiten mit Audio-Events
- 11. Arbeiten mit Noten
- 12. Operatoren für lebendige musikalische Sequenzen
- 13. Wechseln zwischen Noten und Audiodaten
- 14. Arbeiten mit Projekten und Exportfunktionen
- 15. MIDI-Controller
- 16. Modulatoren, Device Nesting und mehr
- 17. Willkommen im Grid
- 18. Arbeiten mit einem Tablet-PC
- 19. Device-Referenz
- 19. Impressum